Baulexikon

Von Ausbauhaus bis Wärmepumpe: Hier findest du verständliche Erklärungen zu Bauweisen, Planung, Ausstattung und Haustechnik. Erfahre, was die Begriffe bedeuten und worauf du bei deiner Hausplanung achten solltest.

93 Begriffe

D

Dachüberstand

Der Dachüberstand ist der Teil des Daches, der über die äußere Wandfläche hinausragt. Er beeinflusst Dachansicht, Wasserführung und je nach Geometrie die Verschattung. Für einen Vergleich muss klar sein, von welchem Bezugspunkt und in welcher Richtung gemessen wird.

Dampfbremse

Eine Dampfbremse ist eine Bauteilschicht, die den Durchgang von Wasserdampf begrenzt. Ihre Wirkung muss zum gesamten Feuchteschutz und den Austrocknungsmöglichkeiten der Konstruktion passen; Luftdichtheit ist eine eigene, damit abzustimmende Funktion.

Doppelhaus

Ein Doppelhaus verbindet zwei unmittelbar aneinander gebaute Haushälften. Für die Planung müssen die gemeinsame Gebäudeseite, die Eigenständigkeit der Hälften und die Grundstücks- und Nutzungssituation zusammen betrachtet werden.

Drainage

Eine Drainage, auch Dränung genannt, sammelt Wasser im Boden und leitet es über dafür vorgesehene Schichten und Rohre weiter. Am Gebäude kann sie den Feuchteschutz unterstützen. Ob sie gebraucht wird, hängt von Baugrund, Wasserverhältnissen und Kellerkonstruktion ab.

E

Erschließung

Erschließung bezeichnet im Baurecht die Herstellung und Verfügbarkeit der für die Bebauung notwendigen Erschließungsanlagen.

Estrich

Estrich ist eine Schicht des Fußbodens, die eine vorgesehene Höhenlage und eine geeignete Grundlage für einen Bodenbelag oder eine unmittelbare Nutzung herstellen kann. Material, Konstruktion, Aufbauhöhe und Belegreife müssen zum geplanten Fußboden passen.

F

Fertighaus

Ein Fertighaus wird aus wesentlichen Bauteilen hergestellt, die im Werk vorgefertigt, zur Baustelle transportiert und dort montiert werden. Der Begriff beschreibt die Herstellungsweise, nicht automatisch die Ausbaustufe oder Bezugsfertigkeit.

Flachdach

Ein Flachdach ist eine Dachform mit geringer Neigung. Tragkonstruktion, Wärmedämmung, Feuchteschutz, Abdichtung und Entwässerung bilden dabei einen abgestimmten Aufbau. Die flache äußere Wirkung bedeutet weder automatisch eine waagerechte Abdichtung noch eine nutzbare Dachterrasse.

Frostschürze

Eine Frostschürze ist eine meist umlaufende, in den Boden reichende Konstruktion am Rand einer Bodenplatte. Sie ist Teil eines geplanten Frostschutzkonzepts. Ausführung, Tiefe und mögliche tragende Aufgaben richten sich nach Gründung, Boden, Gelände und örtlichen Bedingungen.

Funktionsheizen

Funktionsheizen ist ein dokumentierter Prüfschritt bei Flächenheizsystemen. Dabei wird die Funktion des vorgesehenen Systems nach dem passenden Ablauf überprüft; ein erfolgreicher Durchlauf ersetzt keine eigenständige Beurteilung der Belegreife des Estrichs.

Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung nutzt den Fußboden als Wärmeabgabefläche. Bei einem wassergeführten System erwärmt Heizungswasser Rohrleitungen im Bodenaufbau; bei elektrischen Systemen liefern elektrische Heizelemente die Wärme. Der Aufbau muss zum Raum, Belag und Betrieb passen.

G

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

Der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert, beschreibt den Anteil der auftreffenden Sonnenenergie, der durch eine Verglasung insgesamt nach innen gelangt. Er umfasst direkt durchgelassene Strahlung und die nach innen abgegebene Wärme aus der im Glas aufgenommenen Energie.

Geschossflächenzahl (GFZ)

Die Geschossflächenzahl, kurz GFZ, gibt an, wie viele Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter maßgeblicher Grundstücksfläche zulässig sind.

Gründach

Ein Gründach ist ein Dach mit einem technisch geplanten Begrünungsaufbau. Vegetation, Substrat und weitere Funktionsschichten werden mit Abdichtung, Lasten und Entwässerung abgestimmt; Begrünung und Nutzung als Dachgarten sind dabei unterschiedliche Fragen.

Grunddienstbarkeit

Eine Grunddienstbarkeit belastet ein Grundstück zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines anderen Grundstücks mit einem bestimmten Nutzungsrecht oder einer Beschränkung. Für Bauinteressierte sind der genaue Inhalt, der räumliche Bezug und die gesicherte Eintragung entscheidend.

Grundflächenzahl (GRZ)

Die Grundflächenzahl, kurz GRZ, beschreibt das Verhältnis der zulässigen Grundfläche zur maßgeblichen Grundstücksfläche. Eine GRZ von 0,4 entspricht rechnerisch 0,4 Quadratmetern zulässiger Grundfläche je Quadratmeter dieser Grundstücksfläche. Maßgeblich ist die Flächendefinition des § 19 Absatz 3 BauNVO, nicht automatisch jede im Grundstückskauf genannte Fläche.

H

Hauswirtschaftsraum

Ein Hauswirtschaftsraum bündelt Arbeiten und Stauraum für den Haushalt, beispielsweise Wäschepflege, Reinigung oder Vorräte. Je nach Hauskonzept nimmt er zusätzlich Haustechnik auf. Welche Funktionen tatsächlich hineinpassen, hängt von Einrichtung, Bewegungsflächen, Anschlüssen und Zugänglichkeit ab.

Heizlast

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Raum oder Gebäude unter festgelegten Auslegungsbedingungen benötigt, um die gewünschte Innentemperatur zu halten. Sie wird in Watt oder Kilowatt angegeben und dient der Planung von Wärmeerzeuger und Heizflächen.

Holzrahmenbau

Holzrahmenbau ist eine Bauweise mit einem Tragwerk aus Holzständern und waagerechten Rahmenteilen, das mit geeigneten Platten zusammenwirkt. Die Zwischenräume können Dämmung aufnehmen; zusätzliche Schichten erfüllen weitere bauphysikalische und gestalterische Aufgaben.

Hydraulischer Abgleich

Beim hydraulischen Abgleich werden die erforderlichen Heizwasserströme und Einstellungen einer wassergeführten Heizung auf den Bedarf der einzelnen Räume abgestimmt. Berechnung, Ventileinstellungen und Pumpeneinstellung gehören zusammen.

I

Installationsschacht

Ein Installationsschacht ist ein baulich abgegrenzter Bereich, in dem Leitungen oder Kanäle gebündelt geführt werden, häufig über mehrere Geschosse. Seine Abmessungen hängen von der vorgesehenen Haustechnik, den Befestigungen, der Bekleidung und den notwendigen Zugangs- und Schutzanforderungen ab.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, setzt die im Laufe eines Jahres bereitgestellte Wärmemenge einer Wärmepumpenanlage ins Verhältnis zur dafür eingesetzten elektrischen Energie. Für einen Vergleich müssen Zeitraum, Berechnungs- oder Messmethode und erfasste Systemgrenze klar sein.

K

Kalksandstein

Kalksandstein ist ein mineralischer Mauerwerksbaustoff aus Sand, Kalk und Wasser, der unter Dampfdruck gehärtet wird. Produkte unterscheiden sich unter anderem in Rohdichte und Festigkeit. Tragwirkung, Schallschutz und Wärmeschutz müssen am jeweils geplanten Wandaufbau beurteilt werden.

Kapillarbrechende Schicht

Eine kapillarbrechende Schicht unterbricht den kapillaren Transport von flüssigem Wasser im Untergrund beziehungsweise Bauteilaufbau. Unter Bodenplatten können geeignete körnige Schichten diese Funktion übernehmen. Material, Aufbau und Wasserbeanspruchung sind dafür maßgeblich; die Schicht ersetzt nicht automatisch eine Abdichtung.

Vergleiche Einträge

Vergleichen