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Baulexikon

Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke ist ein Bereich der Gebäudehülle, in dem sich der Wärmedurchgang durch Geometrie, Konstruktion oder Material örtlich verändert. In der Heizperiode können dadurch zusätzliche Wärmeverluste und niedrigere Innenoberflächentemperaturen entstehen.

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Warum Wärme an manchen Stellen leichter nach außen gelangt

Eine Wärmebrücke ist ein Bereich der Gebäudehülle mit örtlich verändertem Wärmedurchgang. In der Heizperiode kann dort mehr Wärme abfließen als in den benachbarten Flächen; die raumseitige Oberfläche kann dadurch kälter werden. Der BAFA-/dena-Leitfaden erklärt diesen Zusammenhang anhand von Geometrie, Konstruktion und Materialien. Leitfaden zur Wärmebrückenbewertung, Kapitel 1.1 Der Leitfaden hat den Stand Dezember 2020 und dient hier zur Erläuterung der Bauphysik, nicht als Nachweis heutiger Förderbedingungen.

Das Bild der „Kältebrücke“ kann irreführen: Im winterlichen Beispiel wandert nicht Kälte als Stoff durch die Wand. Wärme fließt von der wärmeren zur kälteren Seite. Für deine Hausplanung geht es deshalb darum, zusätzliche Wärmewege und ungünstig kalte Oberflächen an Details zu begrenzen, nicht nur die Dämmstärke der großen Wandfläche zu vergleichen.

Das Gebäudeforum unterscheidet materialbedingte und geometrische Einflüsse. Eine Außenecke kann bereits durch ihr Verhältnis von innerer zu äußerer Fläche eine andere Wirkung haben. Beim Wechsel zwischen Bauteilen kommen unterschiedliche Eigenschaften und Anschlussdetails hinzu. Viele Stellen sind Mischformen. Gebäudeforum: Entstehung von Wärmebrücken

Einfluss Anschauliche Situation Frage an die Planung
Geometrie Außenecke oder Gebäudekante Wie wird die Wirkung der konkreten Form berücksichtigt?
Material und Konstruktion Übergang zwischen unterschiedlichen Bauteilen Wie setzt sich der Wärmeschutz am Anschluss fort?
Zusammenspiel Fensteranschluss mit mehreren Bauteilen Passt das ausgeführte Detail zum vorgesehenen Nachweis?

Beispiel: Gute Wanddämmung beantwortet die Anschlussfrage noch nicht

Angenommene Ausgangslage: Eine Familie vergleicht zwei Entwürfe mit gleicher Wohnfläche und derselben vorgesehenen Dämmung der ungestörten Außenwand. Beim ersten Entwurf bleibt der Baukörper kompakt; beim zweiten kommen ein anderer Balkonanschluss und mehrere veränderte Fensteranschlüsse hinzu.

Der erste Vergleich über den Wandaufbau allein ist damit unvollständig. Zunächst markiert die Planung die hinzugekommenen beziehungsweise geänderten Anschlussstellen. Danach wird geprüft, ob die geplanten Details mit dem verwendeten Nachweisweg abgedeckt sind oder individuell bewertet werden müssen. Schließlich sollten die beschriebenen Lösungen in der Leistungsbeschreibung und in den Ausführungsdetails wiederzufinden sein.

Ergebnis: Erst diese ergänzende Betrachtung erlaubt eine sachgerechte Einordnung der Änderungen. Aus dem Beispiel folgt nicht, dass Entwurf zwei schlechter oder unzulässig ist. Ein fachgerecht geplantes Anschlussdetail kann seine Wirkung begrenzen. Ebenso wenig beweist ein guter Wert für eine einzelne Wand die Qualität aller Übergänge. Die Beispielentwürfe sind hypothetisch; Energiebedarf, Oberflächentemperaturen und Mehrkosten werden ausdrücklich nicht berechnet.

Für die Entscheidung ist diese Herleitung hilfreicher als die pauschale Aussage „wärmebrückenarm“. Du kannst konkret fragen, welche Detailstelle gemeint ist, welche Ausführung angeboten wird und auf welcher Annahme die Bewertung beruht. Wird später ein Fenster versetzt oder der Balkon verändert, sollte genau diese Detailfrage erneut aufgerufen werden.

Wärmebrücke und Wärmebrückenzuschlag sind nicht dasselbe

Die Wärmebrücke ist die physikalische Situation am Gebäude. Der Wärmebrückenzuschlag ist dagegen ein Bestandteil der rechnerischen Berücksichtigung solcher Einflüsse. § 24 GModG verlangt, den verbleibenden Einfluss in der dort beschriebenen energetischen Bilanzierung zu berücksichtigen, und regelt Verfahren beziehungsweise Gleichwertigkeitsnachweise. § 24 GModG Eine Zahl im Nachweis ist daher weder ein Foto des Anschlusses noch allein eine Mangelbewertung.

Wärmebrücken können mit niedrigeren Innenoberflächentemperaturen und unter ungünstigen Bedingungen mit Feuchte- beziehungsweise Schimmelrisiken verbunden sein. BAFA-/dena-Leitfaden, Kapitel 1.1 Ein konkreter Feuchteschaden lässt sich aus dem Begriff aber nicht diagnostizieren. Dafür müssen tatsächliche Randbedingungen und Konstruktion untersucht werden. Auch die energetische Bilanz und der örtliche Feuchteschutz beantworten nicht dieselbe Frage.

Für das Planungsgespräch kannst du folgende Unterlagen zusammen ansehen:

  • den energetischen Nachweis mit erläutertem Wärmebrückenansatz,
  • die Detailzeichnungen der relevanten Anschlüsse,
  • die vereinbarte Ausführung in der Leistungsbeschreibung,
  • die Klärung, wer Änderungen am Detail prüft und dokumentiert.

Bitte um eine Erklärung an einem Anschluss deines Hauses. Wo verläuft der Wärmeschutz, welche Materialien treffen zusammen und wodurch wird die ungünstige Wirkung begrenzt? Diese konkreten Fragen helfen mehr als die Suche nach einem vermeintlich vollständig „wärmebrückenfreien“ Gebäude.

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